Was ist Rapid Innovation?

Rapid Innovation ist ein Workshop-Format für Innovationsprozesse. Das Format hilft Unternehmen und anderen Organisationen dabei, sich auch unter dynamischen Rahmenbedingungen erfolgreich zu verändern.

Die Idee von Rapid Innovation besteht darin, die Prinzipien des Rapid Prototyping und Design Thinking auf jede Form von Innovation innerhalb einer Organisation anzuwenden.

Für viele Organisationen wird es z.B. aufgrund der digitalen Transformation notwendig, die eigenen Strukturen, Prozesse oder Kollaborationsmodelle zu verändern. Rapid Innovation unterstützt Teams darin, diese Veränderungen in einer Organisation innovativ und wirksam zu gestalten. Das Format eignet sich darüber hinaus für die Entwicklung von neuen Geschäftsideen und Produktinnovationen.

 

Prototyping für Prozesse und Modelle

Die Arbeit mit Prototypen ist vor allem aus der Produktentwicklung bekannt. Ein Prototyp ist eine frühe benutzbare Version des zu entwickelnden Produkts. Das Besondere an Rapid Innovation besteht darin, dass der Prototyping-Ansatz auch auf abstraktere Innovationsebenen wie Prozesse oder Geschäftsideen angewendet wird. Der Begriff Prototyp ist hier also sehr weit gefasst.

Ein Prototyp kann demanch auch ein Prozess-Schema, eine Beschreibung von Zusammenarbeit oder die ausgearbeitete Präsentation einer Geschäftsmodell-Idee sein.

 

Die zwei Rapid-Ebenen

Der Begriff Rapid bezieht sich in diesem Kontext auf zwei Ebenen. Zum einen ist es für den Rapid-Innovation-Prozess zentral, schnell von der Konzeptphase zum Prototyping zu gelangen. Die Teams verfahren nach einem Trial-and-Error-Prinzip. Ideen sollen so schnell wie möglich ausprobiert und getestet werden, um schlechte Ideen auszusortieren, vor allem aber um aus Fehlern zu lernen. Der Prototyp wird Schritt für Schritt verbessert, bis er für den realen Einsatz gut genug ist. Aber auch nach der Implementierung geht die Optimierung noch weiter.

Zum anderen hat sich gezeigt, dass die Rapid-Methoden den Innovationszyklus insgesamt verkürzen. Erfolgreiche Innovationen können schnell entwickelt werden, weil mit jeder agilen Iteration wertvolle Einsichten und direktes Feedback gewonnen und für die Optimierung genutzt werden.

 

Das Setup eines Rapid-Innovation-Projekts

Team:

Rapid-Innovation-Workshops arbeiten mit Einheiten von sechs bis acht Teilnehmern. Eine größere Teilnehmergruppe wird in entsprechend in kleinere Teilgruppen unterteilt. In Rapid-Innovation-Projekten können daher auch größere Gruppen von Mitarbeitenden produktiv in den Innovationsprozess eingebunden werden. Dadurch entstehen nicht nur mehr Ideen. Die Veränderung erfährt auch größere Akzeptanz in der Gesamtorganisation.

 

Innovation Facilitator:

Der Facilitator (oder in größeren Projekten das Facilitator-Team) führt als Moderator durch den Prozess. Er oder sie benötigt eine sehr gute Methodenkenntnis und achtet darauf, dass die Methoden effektiv und in time angewendet werden.

 

Dauer:

Die Dauer eines Rapid-Innovation-Projekts richtet sich nach der Komplexität und Größe des Projekts. Für eine Prozessveränderung in einem kleinen Team kann bereits ein Workshop-Tag ausreichen. Für die Entwicklung eines neuen Geschäftsmodells oder die Veränderung übergreifender Unternehmensprozesse braucht es eine Abfolge von mehreren Workshops mit den entsprechenden Zwischenschritten (Aufbereitung der Ergenisse, Reflexion etc.).

 

Location und Equipment:

Ein ausreichend großer Raum, Whiteboards, Flipcharts, Prototyping-Materialien, ggf. Bildschirm oder Beamer

 

Ablauf eines Rapid-Innovation-Projekts

Rapid-Innovation-Projekte orientieren sich an unserem iterativen Prozessmodell. Eine Iteration setzt sich aus der Abfolge der vier Phasen Understand, Create, Produce, Test zusammen.

 

01

Understand

  • Zusammentragen aller relevanten verfügbaren Informationen
  • Durchdringung, Bewertung und Priosierung der Informationen
  • Konkrete Problemdefinition aus der Anwenderperspektive
  • Zieldefinition

 

02

Create

  • Entwicklung von Ideen zur Problemlösung
  • Detailliertere Skizzierung ausgewählter Ideen
  • Entscheidung, welche Ideen weiterverfolgt werden sollen

 

03

Produce

  • Ausarbeitung der besten Ideenskizzen zu Prototypen

 

04

Test

  • Jede Art von Prototyp benötigt spezifische Testbedingungen.
  • Produktprotypen werden mit ausgewählten Testpersonen aus der definierten Zielgruppe getestet.
  • Prozesse werden testweise im Team implementiert und ausprobiert.
  • Für Geschäftsmodelle reicht das Testarsenal vom Elevator-Pitch über Fokusgruppen bis hin zum Markttest unter Realbedingungen.