Was ist ein Design Sprint?

Ein Design Sprint ist ein fünftägiger Workshop, in dem Ideen für ein Produkt, einen Service oder ein Feature zu einem ersten Prototypen ausgearbeitet und dann getestet werden. Design Sprints nutzen Methoden des Design Thinkings, des Rapid Prototyping und anderer agiler Ansätze. Sie helfen Organisationen, ihre Ideen schnell weiterzuentwickeln, deren Potential klarer einzuschätzen und bessere Entscheidungen im Innovationsprozess zu treffen.

Das Format des Design Sprints wurde bei GV (vormals Google Ventures) entwickelt, der Venture Capital Tochter des Google Mutterkonzerns Alphabet Inc. Hier werden Design Sprints zusammen mit den Startups angewendet, an denen sich GV beteiligt. Jake Knapp, der Erfinder des Formats, beschreibt den Prozess detailliert in seinem lesenswerten Buch Sprint.

 

Das Setup des Design Sprints

Team:

Das Team eines Sprints sollte aus mindestens fünf und maximal sieben Personen bestehen. Idealerweise stammen die Teammitglieder aus unterschiedlichen Verantwortungsbereichen und/oder bringen verschiedene Skills mit ein. Mindestens ein Entscheider sollte im Team sein. Wenn das nicht gewährleistet werden kann, sollten die relevanten Entscheider zumindest am Testtag miteinbezogen werden.

 

Sprint Facilitator:

Der Facilitator führt als Moderator durch den Prozess. Er oder sie benötigt eine sehr gute Methodenkenntnis und achtet darauf, dass die Methoden effektiv und in time angewendet werden.

 

Test:

Zum Abschluss des Design Sprint werden fünf Anwender aus der definierten Zielgruppe mit dem entwickelten Prototypen konfrontiert und dabei ausführlich interviewt.
 

Dauer:

Ein Sprint dauert genau fünf Tage. Die Sprintphase sollte nach Möglichkeit nicht durch einen Pausentag unterbrochen werden. Da ein Sprint sehr intensiv ist und eine Menge Kraft kostet, sollte nach Möglichkeit nicht auf Wochenenden ausgewichen werden. Gesprintet wird also von Montag bis Freitag, täglich von 10 bis 17 Uhr. Am Freitag, dem Testtag, beginnt das Team bereits um 9:00. Die wichtigsten Verpflichtungen des Tagesgeschäfts (Mails checken etc.) sollten vor oder nach den Sprintphasen, wenn nicht anders möglich in den Pausen, erledigt werden.

 

Location:

Das Sprintteam benötigt einen ruhigen Raum, in dem es ungestört arbeiten kann. Umzüge sind zu vermeiden, weil Sprints wie alle Design-Thinking-Formate stark mit Visualisierungsmethoden arbeiten. Dabei spielt die Orientierung im Raum (Wo steht welches Flipchart?) eine nicht zu unterschätzende Rolle. Am fünften Tag wird ggf. ein zusätzlicher Raum für den Test benötigt.

 

Equipment:

Ein großer Vorteil von Design Sprints besteht darin, dass man kein Spezial-Equipment braucht. Wichtig ist aber, dass alle benötigten Materialien ausreichend und mit intakter Funktion zur Verfügung stehen. Gebraucht werden in der Regel:

  • Mindestens zwei große Whiteboards
  • Mindestens zwei Flipcharts
  • Ausreichend viele (wirklich viele) Haftnotizen in unterschiedlichen Farben
  • Whiteboard-taugliche Stifte, ggf. weitere Stifte
  • Materialien für den Bau des Prototypen
    (Der Prototyp kann haptisch z.B. mit Papier und Pappe gebaut werden. Er kann aber auch am Laptop z.B. mit einem Präsentationsprogramm wie Keynote gebaut werden. Vor dem Prototyp-Bau sollten während des Sprints keine digitalen Geräte zum Einsatz kommen.)
  • Eine Uhr, mit deren Hilfe der Moderator die Zeitvorgaben der einzelnen Phasen und Aufgaben umsetzt.
  • Zusätzlich für den Test: Wenn es sich um einen digitalen Prototypen handelt, sind Laptops entsprechend vorzubereiten. Wenn der Test in einem eigenen Testraum stattfindet, wird außerdem die Ausrüstung für eine Live-Videoübertragung in den Sprintraum benötigt: z.B. zwei Laptops, eine einfache Videokamera, eine Videokonferenz-Software.

 

Ablauf des Design Sprints

01

Montag

Ziel definieren und Problem verstehen
 

02

Dienstag

Lösungsansätze verbessern und Lösungsskizzen erarbeiten
 

03

Mittwoch

Entscheidung treffen und Storyboard entwickeln
 

04

Donnerstag

Lösung simulieren und Prototyp bauen
 

05

Freitag

Testen, Testen, Testen

 

Design Sprints bei Fruyts

Wir orientieren uns bei unseren Design Sprints grundsätzlich an der von Jake Knapp in Sprint vorgestellten Methode, können das Format aber auch an die individuellen Anforderungen eines Projekts anpassen.

Das Team stellen wir gemeinsam mit Ihnen zusammen. Es kann sich um ein komplett internes Team mit Verantwortlichen aus Ihrer Organisation handeln, das von unserem Sprint Facilitator durch den Prozess geführt wird. Ebenso möglich sind gemischte Teams, in denen einige Teampositionen durch externe Experten (z.B. für Usability) ausgefüllt werden.

Einen Sprint können wir in Ihren Räumlichkeiten oder in einer durch uns organisierten Location durchführen.